Ursachen - Ursachen von Narbenbildung

Ebenso vielfältig wie die Formen und Arten von Narben sind auch deren Ursachen:

Jeder kennt die mehr oder weniger störenden Narben nach Operationen oder Verletzungen wie Schnitten, Stichen, Bissen und Quetschungen. Die Ausbildung einer auffälligen Narbe kann dabei durch in der Wunde verbliebene Fremdkörper wie Schmutzpartikel oder Metall- und Holzspäne begünstigt werden. Dies gilt insbesondere, wenn es zu einer Infektion des Wundbereiches kommt.

Auch Verbrennungen oder Verbrühungen können je nach Ausmaß der Hautschädigung zur Narbenbildung führen. Hierbei ist vor allem die Tiefe einer Verbrennung entscheidend.

Weniger bekannt ist, dass auch Erkrankungen der Haut, wie zum Beispiel die Windpocken oder eine Akne, unter Ausbildung von Narben abheilen können. Eine rechtzeitige und konsequente Behandlung der zugrundeliegenden Hauterkrankung kann dem vorbeugen.

Ein Spezialfall in der Entstehung von Narben ist der behaarte Kopf. Wenn auf der Kopfhaut die Haarfollikel durch eine entzündliche Erkrankung vollständig zerstört werden, kommt es zum narbigen Haarausfall. Diese Form des Haarausfalls ist nicht umkehrbar und die Ursachen können vielfältig sein.

Weitere mögliche Ursachen für die Entstehung von Narben sind Impfungen oder Spritzenbehandlungen mit Kortisonlösungen. Kortisone können aufgrund ihres hemmenden Einflusses auf das Wachstum der Hautzellen die Ausbildung von Narben begünstigen. Umgekehrt kann man sich diesen Effekt aber auch im Rahmen der Behandlung von Narben zu Nutze machen. So werden Kortisone sowohl äußerlich als Salbenpräparat sowie innerlich als Injektionslösung in der Narbentherapie eingesetzt.

Zu guter Letzt können sich Narben und insbesondere auch Keloide ohne erkennbare Ursache spontan entwickeln. Eine verstärkte Spannung des Gewebes wie z.B. über Gelenken kann hier auslösend wirken.

Es gibt auch Hautveränderungen, die eine Narbenbildung imitieren können. Beispiele hierfür sind das Basalzellkarzinom oder die Sarkoidose. Das Basalzellkarzinom ist ein örtlich wachsender Hautkrebs, der zwar keine Tochtergeschwülste bildet, aber aufgrund seiner (örtlichen) Wachstumstendenz frühzeitig entfernt werden sollte. Die Sarkoidose ist eine entzündliche Erkrankung zumeist der Lunge, die jedoch auch an der Haut narbenähnliche Veränderungen verursachen kann. Bei der Entstehung von Narben ohne erkennbare Ursache sollte daher ein Hautarzt zu Rate gezogen werden. Im Zweifelsfall kann die mikroskopische Untersuchung einer Hautprobe zur Diagnose führen.

Narbenähnliche Veränderungen der Haut sind die Striae distensae, auch bekannt als Schwangerschaftsstreifen oder Dehnungsstreifen. Sie können vor allem im Bauchbereich oder an den Oberschenkeln auftreten. Wie die Namen bereits verraten, werden diese meist länglichen und in der Mehrzahl auftretenden Streifen oft durch hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft oder durch Dehnung der Haut bei Übergewicht verursacht. Aber auch eine längere Einnahme von Kortisontabletten oder eine körpereigene Überproduktion von Kortison wie beim Morbus Cushing können Ursachen für die Bildung von Striae distensae sein. Darüber hinaus führen Anpassungsvorgänge des Körpers im Jugendalter mitunter zu den sogenannten Pubertätsstreifen. Insgesamt können die Striae distensae durch ärztliche Behandlung nur wenig beeinflusst werden. Besserungen des Hautbildes konnten vereinzelt durch Anwendung von speziellen Narbencremes erreicht werden.

Ein schnellerer Rückgang der rötlich-bläulichen Verfärbung bei frischen Dehnungsstreifen kann durch die Anwendung eines speziellen Narbengels erreicht werden.