Ursachen - Aknenarben

Nicht jede Akne verursacht zwangsläufig Narben. Durch eine frühzeitige und ausreichende Behandlung bestimmter Akneformen kann sich das Narbenrisiko erheblich vermindern. Dies ist der wichtigste Grund, weshalb eine Akne konsequent behandelt werden sollte. Nur auf die altersbedingte Ausheilung des Krankheitsprozesses zu warten bedeutet, Narben für das gesamte Leben zu riskieren.

Die erbliche Veranlagung spielt bei der Narbenbildung eine wichtige Rolle. Neigt ein Mensch beispielsweise zu unscheinbaren, gut verheilenden Narben, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass auch eine Akne solche Narben bei ihm hinterlässt. Allerdings bedeutet eine gute Narbenbildung an einer Körperstelle nicht zwingend gute Narben an allen Körperstellen. Bestimmte Regionen, wie zum Beispiel über dem Brustbein, neigen überdurchschnittlich häufig zu überschießender Narbenbildung.

Die Akne conglobata, eine Sonderform der Akne mit der Ausbildung von großen Knötchen, heilt fast immer narbig aus. Aber auch bei solchen un­vermeidlichen Narben bestehen Therapiemöglichkeiten, die die­se mildern und unauffälliger machen können.

Die häufigste Aknenarbe im Gesicht ist die scharf­randige Narbe. Sie sieht aus, als wäre sie mit einem kleinen Eispickel in die Haut geschla­gen worden. Eine weitere bekannte Aknenarbe ist die Schüssel­narbe. Sie liegt tiefer als die Umgebungshaut und entsteht häufig bei der Akne conglobata auf dem Rücken. Im Zentrum weiß und am Rand rötlich bis braun, stört sie Betroffene insbesondere wegen ihres buntscheckigen Aussehens. Glücklicherweise passen sich diese Aknenarben in den meisten Fällen im Laufe der Zeit der normalen Hautfarbe wieder an. Zudem werden sie flacher, was allerdings über Jahre andauern kann.

Unter dem Hautniveau liegende (atrophische) Aknenarben im Bereich der linken Wange

Unter dem Hautniveau liegende (atrophische) Aknenarben im Bereich der linken Wange

Auch bei der Akne, vor allem im Rahmen einer Akne conglobata, kann es zur Ausbildung von hypertrophen Narben oder wuchernden Narben (Keloide) kommen. Sie entstehen durch eine Überproduktion von gesundem Bindegewebe während des Heilungsprozesses, so dass die Akne­narbe über die Haut "hinauswächst". Diese Narben können sehr schmerzhaft sein und die Bewegungsfreiheit insbesondere über Gelenken einschränken.

Eine Behandlung von Aknenarben muss dem jeweiligen Narbentyp angepasst sein. Häufig wird eine Kombination verschiedener Behandlungsverfahren angewandt. Bei großflächigen hypertrophen aber auch atrophischen Narben kann bei der Dermabrasion die oberste Hautschicht mit einer sehr schnell rotierenden Fräse abgetragen werden. Auch mit dem Laser können ähnliche Ergebnisse erreicht werden.

Bei einer leichten Form von Aknenarben können auch Peelings eine Hautverbesserung herbeiführen. Diese Präparate beinhalten größtenteils Fruchtsäuren oder Schleifpartikel (Aluminiumoxid oder Polydi­methylsilikonharz), die Narbenränder glätten und das Porenbild der Haut verfeinern. Doch Vorsicht: Bei empfindlicher und entzündeter Haut oder auch bei Eiterpickeln (Akne pustulosa) soll diese Methode nicht angewendet werden. Sie bleibt daher zumeist den Patienten vorbehalten, bei denen die eigentliche Akne vollständig ausgeheilt ist. Bei einem Peeling können zudem Nebenwir­kungen wie Rötungen, Brennen und Juckreiz auftreten.

Geeignete eingesunkene Narben können mit bestimmten Füllsubstanzen unterspritzt werden, wie sie zur Faltenbehandlung entwickelt wurden. Diese Behandlung ist allerdings recht kost­spielig und der Körper baut die gespritzten Substanzen nach einiger Zeit wieder ab. Daher sind wiederholte Anwendungen nötig. Außerdem kön­nen bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auftreten.

Bei der Vereisungstherapie wird Stickstoff mit einer Temperatur von bis zu minus 196 Grad Celsius auf das Narbengewebe aufgetragen oder ein sogenanntes Kryopeeling angewandt.

Zusätzlich kön­nen auch Druckverbände die Elastizität von Keloid-Narben verbessern. Diese müssen aller­dings mehrere Monate oder sogar Jahre auf der Narbenhaut getragen werden. Kleinere atrophische Narben können auch mittels eines kreisförmigen Stanzzylinders operativ entfernt werden. Eine medikamentöse Lokaltherapie kann nach ärztlicher Anleitung vom Patienten selbst angewendet werden.