Grundlagen - Verschiedene Formen von Narben

Verletzungen heilen bei jedem Menschen unterschiedlich und bilden ver­schiedene Narbentypen aus. Warum solche Unterschie­de vorkommen, ist weitgehend unbekannt. Reicht die Bildung des wund­schützenden Bindegewebes nicht aus, um den Wundbereich vollständig auszufüllen, können atrophische (eingesunkene) Narben enstehen. Die bekannteste Form einer eingesunkenen Narbe ist die Aknenarbe.

Atrophische Aknenarben im Bereich der linken Wange

Atrophische Aknenarben im Bereich der linken Wange

Kurz nach einer Wundheilung oder noch während­dessen können hypertrophe Narben entstehen. Durch einen Überschuss an Gewebebildung wächst die Narbe über das Hautniveau hinaus. Hypertrophe Narben bleiben im Gegensatz zu Keloiden auf das ursprüngliche Verletzungsgebiet beschränkt. Sie entstehen vor allem über Gelenken, bei mangelnder Ruhigstellung oder Schonung einer Wunde oder nach einer Wundinfektion. Hypertrophe Narben können sich nach ein bis zwei Jahren spontan zurückbilden.

Hypertrophe Narbe nach Trichterbrust-Operation

Hypertrophe Narbe nach Trichterbrust-Operation

Keloide (wuchernde Narben) entstehen ähnlich wie hypertrophe Narben (vorgewölbte Narben) durch eine Überproduktion von Bindegewebe. Bei Keloiden reicht das Narbengewebe jedoch über den Wundbereich in die eigentlich gesunde Haut hinein. Häufige Ursachen für eine Keloidbildung sind z.B. Verbrennungen oder Verbrühungen. Die Neigung zu Keloiden ist oft erblich bedingt.

Fast 90 % aller wuchernden Narben treten in jungen Jahren auf, wenn der Bindegewebsaufbau erhöht und die Hautelastizität am größten ist. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, da die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) die Keloidbildung fördern können. Ferner treten bei Menschen mit farbiger Haut etwa zehnmal häufiger Keloide auf als bei Menschen mit weißer Hautfarbe. Auch Narben an Körperstellen, die einer großen Hautspannung ausgesetzt sind, wie z.B. das Brustbein oder der Rücken, neigen zur Ausbildung von Keloiden.

Keloidbildung am Hals nach einer Verbrennung

Keloidbildung am Hals nach einer Verbrennung