Behandlung - Kompressionstherapie

Bei der Kompressionstherapie werden auf den Narben Druckverbände oder spezielle Kleidung angelegt. Hierbei richtet die Art der Kompression im wesentlichen nach der Ausdehnung der Narbe und dem betroffenen Körperteil. Zur Anwendung kommen beispielsweise Kompressionsjacken oder -hosen sowie Handschuhe, Socken und Ohrclips. Sie müssen von den Betroffenen eventuell über Monate oder Jahre getra­gen werden. Durch den dauerhaft erzeugten Druck können Narben glatt und elastisch werden. Die geringere Durchblutung unter dem Ver­band führt zu einer Verringerung des Stoffwechsels im Narbengewebe und lässt es schrumpfen. Insbesondere bei großflächigen Narbenarealen und Keloi­den nach Verbrennungen oder Ver­ätzungen wird diese Methode angewendet, aber auch kleine Ohrringkeloide können hierdurch behandelt werden.

Die Kompressionstherapie wird oft als Ergänzung zu anderen Behandlungsformen oder nach Operationen vorbeugend eingesetzt. Ein möglicher Nachteil der Kompressionstherapie ist, dass die Verbände eventuell zu unangenehmer Bewegungseinschränkung führen und durch den entstehenden Sauerstoffmangel eventuell auch Entzündungen der Haut hervorgerufen werden können.

Eine weitere Behandlungsform ist die Verwendung von Silikongelpflastern bzw. -folien. Diese können als Einzeltherapie oder ergänzend zu den Druckverbänden oder anderen Behandlungsformen eingesetzt werden. Die Wirkung basiert vorrangig auf dem Prinzip der Okklusion (Abdichtung). Silikongelpflaster sollten über Monate getragen werden, was in den meisten Fällen gut vertragen wird.