Behandlung - Dermabrasion, Spritzenbehandlung mit Kortison oder Biomaterialien, Operationen

Hochtouriges Schleifen (Dermabrasion)

Die Dermabrasion ist eine häufig ange­wandte Behandlungsmethode. Dabei wer­den Narben mit einer hochrotierenden Fräse oder einem Diamantschleifer mit etwa 30.000 Umdrehungen pro Minute abgeschliffen. Der Trick dabei: Durch das Abschleifen erscheint die obers­te Hautschicht glatter, da die Narbenrän­der flacher gestaltet werden. Die Derm­abrasion wird häufig bei Patienten mit schüsselförmig eingesunkenen Narben (z. B. bei Akne) angewendet.

Spritzenbehandlung mit Kortison oder Biomaterialien

Mit der lnjektionstherapie versuchen Ärzte, insbe­sondere hypertrophe Narben von innen her zu korrigieren. So können zum Beispiel Kortisonlösungen gespritzt werden, was eine Verdünnung der Haut in dem behandelten Gebiet zur Folge hat und das Narbengewebe schrumpfen lässt. Bei einer kleinen Impfnarbe beispielsweise genügt oft schon eine Behandlung und die Narbe ist weicher und beweglicher.

Bei tiefliegenden, eingesunkenen (atrophischen) Narben vor allem im Bereich des Gesichtes können Biomaterialen wie Hyaluronsäure, Gelatine, Rinderkollagen oder auch eigenes Fettgewebe in die Haut gespritzt werden. Da der Körper diese Stoffe wieder abbaut, sind mehrere langjährig wiederholte Anwendungen erforderlich. In den meisten Fällen werden die genannten Biomaterialien von den behandelten Personen gut vertragen. Allergische Reaktionen mit Rötung, Schwellung, Juckreiz oder Schmerzen sind jedoch möglich. Dann muss auf eine anderes Material oder eine andere Behandlungsform ausgewichen werden.

Hilfe durch Operationen

Generell lassen sich mit rein konservativen dermatologischen Maßnahmen in den meisten Fällen gute kosme­tische Ergebnisse erzielen, so dass der Mehrzahl der Patienten der Gang in den OP erspart bleibt. Eine Operation ist besonders dann zu erwägen, wenn eine Narbe die Beweglichkeit eines Körperbereiches deutlich einschränkt. Das kann beispielsweise durch Narben in Kniekehlen oder Armbeugen passieren oder durch großflächige Verbrennungsnarben. Hautransplantate und Hautverschiebungen helfen hier, die Bewegungsfreiheit wieder herzustellen.

Sollen Narben verkleinert oder geglättet werden, bieten sich schönheitschirurgische Eingriffe an. Der Arzt nimmt dabei Teile des Gewebes her­aus und vernäht die Wundränder unter der Haut. So können zum Beispiel tiefe Aknekrater in kaum sichtbare Linien ver­wandelt werden. Aber nicht jede unschöne Narbe kann einfach herausgeschnitten werden und durch eine kleinere und unauffälligere ersetzt werden. Insbesondere bei Keloiden besteht die Gefahr, dass sich nach einer operativen Entfernung noch größere narbige Wucherungen entwickeln.

Wenn überschießende Narben oder Keloide durch eine Operation beseitigt werden sollen, kann im Anschluss daran ggf. eine Röntgenweichstrahltherapie durchgeführt werden, bei der das neue Narbengewebe mit oberflächlich wirkenden Röntgenstrahlen bestrahlt wird, um die erneute Ausbildung von Keloiden zu verhindern.